Er saß vor seinem neuen Laptop. Es war kurz vor 7 Uhr und der 3. Advent. Als er eine Excel Tabelle öffnete, meldete ihm die Software, dass sie innerhalb von 4 Tagen aktiviert werden müsste. Trotz mehrmaligem Versuchen gelang es ihm nicht. Er kaufte Software im Wert von 45 Euro und musste nun bis Mitte nächste Woche warten. Er empfand es als Zeichen, dass es die nächsten Tage wichtigeres als Arbeit gab. l Eigentlich hatte er sich fest vorgenommen in den Gottesdienst der Connect-Gemeinde in Gundelfingen zu gehen, aber er saß da und der ganze Schmerz, den er in letzter Zeit gesammelt hatte, suchte seinen Weg. Eine Schleuse öffnete sich und er fing an heftig zu weinen. Er war wie gelähmt. Er schaffte es wieder nicht ins Bad. Er setzte sich aufs Sofa und die schwarzen Gedanken drehte ihre Kreise. Er schrieb seiner Frau und seiner besten Freundin. Seiner besten Freundin sagte er das heutige Treffen ab, für das sie wenig Verständnis zeigte. Egal. Es war sein Leben, seine Entscheidung. Al...
Über 20 Jahre habe ich mich für Menschen mit Psychiatrieerfahrung eingesetzt. Als ich 60 Jahre alt wurde, spürte ich, dass ich dieser Berufung nicht mehr in dem Maß folgen konnte, wie bisher. Es wurde mir klar, dass sich langsam die Zeit des Alters ankündigt. Wie möchte ich die aktive Zeit, die mir noch bleibt, gestalten? Möchte ich so weitermachen wie bisher? Welche Werte verlieren immer mehr an Bedeutung? Welche werden wichtiger? Wie steht es mit dem Abbau der Leistungsfähigkeit? Vor allem die langsame, aber kontinuierliche Verschlechterung meines Gedächtnisses macht mir dabei Sorgen. Der Sinn, dass sich die Befindlichkeit und die Lage der Psychiatrieerfahrenen verbessert, verlor immer mehr an Bedeutung. Parallel dazu fand ich endlich zu einem christlichen Glauben, der diese Bezeichnung auch verdient. Inzwischen sind Gott, Jesus und der Heilige Geist die dreieinigen Personen, die mein Leben bestimmen und der Boden auf dem ich stehe. Jedem Christen ist ein Dienst zuge...
Der Wächter schaut gen Himmel und übersieht so wie der hinkende Bettler die Grenze überschreitet. Er geht langsamen Schrittes am Wächter vorbei, ohne dass dieser seines Amtes walttet. So nimmt er es mit: Das Schmutzige, das Übel, das, was uns allen das Leben schwer gemacht hatte. So war das nicht geplant. Was war nur mit dem Wächter los? Der Bettler wusste nicht wie ihm geschah. Ihm war der Wächter fremd und auch das Land, für das der Wächter zuständig war, hatte er noch nie betreten. Der Bettler nahm all seinen Mut zusammen und begann den Berg zu erklimmen, der direkt vor ihm lag. Eine andere Möglichkeit hatte er nicht. Es war nicht möglich rechts oder links am Berg vorbei zu gehen.
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